Timothée, Diabeloops erster „education specialist“

Warum er sich bei Diabeloop beworben hat, seine Rolle, was ihn täglich motiviert...

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Diabeloop: Was war deine berufliche Laufbahn, bevor du dich Diabeloop angeschlossen hast? 

Timothée (alias Tim): Nach dem Abitur begann ich mit dem Medizinstudium, doch ich merkte schnell, dass es nichts für mich war… Ich schaute mir also an, welche Berufe es mir ermöglichen würden, mich im Gesundheitsbereich, abgesehen vom Beruf des Pflegers, zu entfalten. Ich absolvierte einen Master II Biotechnologies mit der Spezialisierung auf In-Vitro diagnostische Medizinprodukte. Während eines Praktikums am Ende meines Studiums bei einem der weltweit bedeutendsten Lieferanten von Reagenzien (für die Diagnose benötigte Produkte) erwarb ich Kenntnisse im Kundenmanagement (Kundenbeziehungen, Portfolio- und Netzwerkmanagement). Anschließend war ich für den kommerziellen Teil einer Firma in ganz Ostfrankreich zuständig, die im Bereich der In-vitro-Diagnostik tätig ist. Aber da ich seit meinem 16. Lebensjahr einen Typ 1 Diabetes habe und das Reisen außerdem sehr anstrengend war, beschloss ich, das Unternehmen zu verlassen. Infolgedessen habe ich mich im November 2016 bei Diabeloop beworben! 

D: Wie bist du auf Diabeloop gestoßen? 

Tim: Ich kannte bereits Diabeloop, als es nicht mehr als ein Forschungsprojekt mit dem CEA und Dr. Guillaume Charpentier war. Professor Pierre-Yves Benhamou nahm Kontakt mit mir auf, um mir von diesem Projekt zu erzählen, und bat mich, an der klinischen Testphase im Krankenhaus von Grenoble teilzunehmen. Gleichzeitig war ich an Fokusgruppen in Paris und Grenoble beteiligt, wo ich Erik Huneker traf. Nachdem ich mich mit ihm ausgetauscht hatte, sagte ich mir: „Schau mal, das Projekt scheint gut voranzukommen“. Ich schickte Erik meinen Lebenslauf, der mein Profil interessant fand. 

D: Wie hast du die Diagnose deines Typ-1-Diabetes erlebt? 

Tim: Bei mir wurde Typ-1-Diabetes diagnostiziert, als ich 15 Jahre und 6 Monate alt war. Die 6 Monate sind wichtig, da in Frankreich Menschen ab einem Alter von 15 Jahren im Krankenhaus als Erwachsene betrachtet und nicht mehr in der Pädiatrie behandelt werden. Ich wurde anderthalb Wochen lang auf der endokrinologischen Station behandelt. Wie viele Menschen konnte ich mich nur schwer mit der Diabeteserkrankung  abfinden. Ich fragte mich: „Warum? Warum ich? Ich hatte doch nichts falsch gemacht… Ich hatte gesund gegessen, ich hatte Sport getrieben…“ Ich hatte das Glück, Eltern mit medizinischen Berufen zu haben, die mir ihre ganze Erfahrung im Umgang mit der Krankheit zur Verfügung stellten. Mein Umfeld hat mich sehr unterstützt und mir geholfen, und alles ist schließlich relativ gut gelaufen. Ich hatte die richtigen Leute zur richtigen Zeit, um alle meine Fragen zu beantworten. Nicht jeder hat so viel Glück. Letzten Endes hielt mein „Durchhänger“ nicht allzu lange an. Mit der Diagnose der Typ-1-Diabetes war meine Jugend praktisch zu Ende, bevor sie überhaupt begonnen hatte. In eineinhalb Wochen wurde meine Eigenverantwortung geweckt, und mein Leben änderte sich. Mir wurde klar, dass ich täglich Entscheidungen über meine Gesundheit treffen musste (vorher hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht). Der Typ-1-Diabetes ist seitdem ein Teil von mir. Ich habe ihn zu einem Teil meiner Persönlichkeit gemacht und ihn in Stärke umgewandelt. Wenn man mir heute den Diabetes wegnehmen wollte, würde ich zweifellos nein sagen!

D: Was hat dich dazu bewegt, dich Diabeloop anzuschließen?

Tim: Zunächst einmal muss ich klarstellen, dass, obgleich ich selbst Patient bin, es nicht meine persönliche Situation war, die mich am meisten motiviert hat, mich bei Diabeloop zu bewerben. Vor allem wollte ich an der Markeinführung eines innovativen medizinischen Produkts beteiligt sein, dieses sollte helfen, Menschen mit Diabetes im Alltag zu unterstützen und damit verbundene Schwierigkeiten zu reduzieren.. Ich sagte mir, ich könnte diese Menschen schulen, eine positive Botschaft vermitteln und zeigen, dass mithilfe einer solchen Technologie und der wissenschaftlichen Fortschritte eines Tages möglicherweise kein Mensch mehr einen Leidensdruck hat, wenn er an Diabetes erkrankt ist. Dies ist es, was mich morgens dazu motiviert, aufzustehen. 

D: Welche Funktion nimmst du heute bei Diabeloop ein?

Tim: Ich bin derzeit als Education Specialist im „Schulungsteam“ tätig. Es handelt sich um einen Posten am Schnittpunkt von Ingenieurwesen und Medizin. Ich bin dafür zuständig, die technischen Aspekte der von Diabeloop entwickelten Lösungen bei verschiedenen Zielgruppen bekannt zu machen.

Der größte Teil meiner Tätigkeit besteht aus externer Ausbildung von medizinischen Fachkräften, Anbietern häuslicher Gesundheitsfürsorge und – unter sehr spezifischen Bedingungen – von den Patienten. Ich habe jedoch auch eine interne Aufgabe, die darin besteht, die Kenntnisse der Mitarbeiter/innen über die von Diabeloop entwickelten Lösungen sicherzustellen. 

Darüber hinaus besteht die Aufgabe des Education Specialist darin, Schulungstechniken weiterzuentwickeln und dabei die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden/innen zu berücksichtigen. Zu guter Letzt ist der Education Specialist für den Einsatz und die Gewährleistung von technischem Second-Level-Support für seine Kunden/innen zuständig.

D: Welche Einstellung hattest du gegenüber der Idee, dich einem Start-up-Unternehmen anzuschließen? 

Tim: Während meines Studiums arbeitete ich für großeKonzerne. Ich habe strategisch gedacht… Ich hatte Zugang zu einem Portfolio internationaler Kunden und hoffte, dass mir dies bei der Suche nach meiner ersten Stelle helfen würde. In der Folgezeit habe ich immer kleine Unternehmen bevorzugt, in denen die Berufe und das Fachwissen nicht mehr voneinander getrennt sind. Ich muss das Umfeld verstehen, in dem ich mich entwickle, und ich entwickel mich gerne weiter. Meiner Meinung nach sind das Menschliche und das Zwischenmenschliche das Wesen der kleinen Unternehmen. Man lernt so viel aus Gesprächen mit anderen… 

D: Was hat dich bei Diabeloop am meisten begeistert? 

Tim: Es gibt zwei Dinge, die mich bei Diabeloop begeistert haben. 

  1. Die Kultur, auf ein Patientenbedürfnis zu reagieren. Ich bin selbst ein T1D-Patient. Mir wurde sehr schnell klar, dass Patienten in Krankenhäusern mit den gleichen Problemen konfrontiert werden wie ich. Als ich zu Diabeloop kam, hatte ich das Gefühl, mit einer Aufgabe betraut worden zu sein, die wirklich Sinn macht. Das ist es, was mich jeden Tag motiviert und mich zum Bleiben bewegt. 
  2. Die Nähe zu meinen Kollegen. Wenn ich den Algorithmus oder die Anwendung auf der Programmierebene nicht verstehe… kann ich es problemlos mit meinen Kollegen besprechen.

D: Wenn du jemanden in einem Satz überzeugen müsstest, sich Diabeloop anzuschließen, was würdest du ihm sagen? 

Tim: Diabeloop ist vor allem ein menschliches Abenteuer! Man lernt so viel über sich selbst… 

D: Was ist deiner Meinung nach die Stärke von Diabeloop? 

Tim: Diabeloop befindet sich an der Schnittstelle zwischen Ärzten, Ingenieuren in der Physiologie bzw. Ingenieuren, die fähig sind, die Physiologie zu programmieren, Entwicklern,… Letzten Endes befindet sich dieser gesamte „Melting Pot“ in einem gemeinsamen Topf, so nah wie möglich an der Krankheit. Wir haben Synergien zwischen Berufen geschaffen, die im Grunde gegensätzlich sind und nicht unbedingt dazu geschaffen, sich zu verstehen. Was bei Diabeloop unglaublich ist, ist die Möglichkeit, seine Fähigkeiten zu erweitern, sich persönlich weiterzuentwickeln, viel zu lernen,…

Das Ziel von Diabeloop war von Anfang an dasselbe: so schnell wie möglich ein innovatives medizinisches Produkt FÜR Menschen mit Diabetes auf den Markt zu bringen. Dieser Wunsch wird von allen unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen geteilt. Die Neuankömmlinge sind vorinformiert, haben viele Fragen, wollen verstehen und schnell voranschreiten… es ist wirklich beeindruckend!